Was vom Tag ...

Gestern kam mein Bett-Tisch. Er ist aus Holz, hat sogar eine Mulde für meinen Kaffeebecher, die ich, wegen meiner Tollpatschigkeit, nicht benutzen werde. Aber ich finde gut, dass sie da ist. Zwei Ventilatoren sorgen für eine Extra-Portion Kühlung und die Höhenverstellbarkeit sorgt für eine gute Schreibatmosphäre. Das perfekte Accessoire. Ich kann auch vom Bett aus auf die Straße sehen, die Bäume betrachten und habe sogar das Parkhaus im Blick, welches die Stadt den Pendlern kostenfrei zur Verfügung stellt. Warum ich das erwähne? Weil so etwas selten geworden ist. Wo muss man nicht mehr draufzahlen?

Am Mittag, als mir klar wurde, dass ich Andrea verpasst hatte, habe ich kurz geweint, weil mich immer interessiert, wie es ihr geht, wie ihr Morgen auf der Arbeit war und ob alles gut ist. Dafür habe ich geschafft meine Telefongesellschaft zu kontaktieren, damit die endlich mein Sonderkündigungsrecht durchboxen. Das hat sie gefreut, und mich auch. Die kleinen Dinge sind so wichtig wie früher die großen Probleme.

Andrea war zum Abend da, wir aßen zusammen und redeten über den Tag. Ich möchte immer ganz genau wissen, wie der ihre war. Wie der meine ablief, kann sie sich denken: Gähn. Ich habe viel geschlafen und meine Schmerzpumpe im Halbschlaf bedient. Dazwischen telefonierte ich mit meinen Söhnen. Jetzt sitze ich hier und denke:
»Wie mag das da draußen ankommen?«
Wie die Wahrheit, die es ist.

Heute Morgen war ganz furchtbar:
Die Schmerzpumpe piepte plötzlich lautstark:
»Luft im Schlauch«, kam als Warnmeldung.
Ich bin hochgeschreckt, rief Andrea an und sagte:
»Hörst du das? Ich habe Luft im Schlauch.«
»Was? Klemm dich ab«, rief sie mir ins Ohr, »sofort.«
»Ich schaffe das nicht«, quengelte ich.
»Wenn du das nicht schaffst, bist du gleich tot«, ermahnte sie mich.
Wie schnell ich plötzlich wusste, was zu tun war! Ich habe das noch nie gemacht, aber gut, ich musste ja. Das blöde Piepen setzte sich nervend fort, bis ich den Arzt anrief, der mir erklärte, wie ich es ausschalte, nachdem er fragte, ob ich abgeklemmt bin.
»Jaja«, sagte ich, und hielt die On/Off-Taste gedrückt, bis sich die Pumpe verabschiedete.

Jetzt habe ich frisches Morphium, einen ebenso frischen Kaffee und das neue Diktiergerät. Ich kann meine Texte wieder aufnehmen, freu.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich bin sehr froh,
dass Du Dich rasant schnell daran erinnert hast,
wie das Schmerzpumpen-Dingsbums gleich funktioniert...
Anderes mag ich mir gar nicht erst vorstellen wollen...
GGlG Louis

Silvi B. hat gesagt…

Mir war erst nicht klar, in welcher Gefahr ich schwebte, ich wurde aus dem Schlaf gerissen. Ging ja alles gut. Oh Louis, ich sah dein entsetztes Gesicht und drück dich ganz dolle. Silvi

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